Über die Kunst des Orakelns

"Die Wahrheit ist aber: das Leben ist hart und gefährlich. Wer nach seinem eigenen Glück sucht, findet es nicht. Wer schwach ist, muß leiden. Wer nach Liebe verlangt, wird enttäuscht werden. Wer gierig ist, wird nicht gefüttert werden. Wer nach Frieden strebt, wird Streit finden. Wahrheit ist nur für die Unerschrockenen. Freude ist nur für den, der sich nicht fürchtet, allein zu sein. Leben ist nur für den, der keine Angst hat zu sterben" - unbekannter Autor

© 2000 Frank Amberland

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Einleitung

Während der Zeit des Arbeitens an diesem Text durchlebte ich wieder einmal eine Zeit gravierender Veränderungen, welche mir die Möglichkeit gab, viel mit neuen Orakeltechniken zu experimentieren und deren Nützlichkeit bei alltäglichen Entscheidungen zu überprüfen.

Obwohl seit vielen Jahren Orakel meine ständigen Begleiter waren, lernte ich noch nie so viel praktisches darüber, wie in dieser Zeit. Hier findest Du Überlegungen zum Orakeln, die aus der Praxis entstanden..

Unter Hellsehen verstehen wir das direkte Erkennen der Zukunft ohne Hilfsmittel. Dies kann zum Beispiel in einem Traum oder in einer Trace geschehen.

Orakel sind Systeme und Methoden, um hellseherisch Antworten zu finden. Orakel vereinfachen das Hellsehen, und setzen in gewisser Weise die Anforderungen an den Bewußtseinszustand des Hellsehers herunter und sind somit der ideale Einstig.

Die Trance des Mediums wird durch eine Methode ersetzt, welche den Verstand und die bewußte Einflußname durch "zufällige" Faktoren ausschließt.

Der Skeptiker wird diesen Vorgang als Produkt reinen Zufalls und des Hineininterpretierens abtun.

Der Psychologe rückt sich die Brille tiefer ins Gesicht, um sich den tiefen sexuellen und unbewußten Komponenten zuzuwenden und die Quelle der Orientierungslosigkeit zu ergründen.

Der Wissenschaftler enthält sich eines Urteils, glaubt weder an das Eine noch an das Andere, läßt die Erfolge und die Erfahrungen entscheiden und wird versuchen nützliche Theorien zu finden.

Dem Magier ist sich zwar klar, daß Ähnliches das Ähnliche unabhängig von Zeit und Raum auf subtilste Weise beeinflußt und darum das Orakel mit dem Rest des Universums in Verbindung oder im Einklang ist, und er sich dem unangenehmen Problem zuwenden muß, sich eigener Einflußnahme ausnahmsweise weit möglichst zu enthalten.

Der Bäcker und die Hausfrau probieren es vielleicht einfach mal aus.

Orakel sind Tausende von Jahren alt, haben sich in China und woanders auf der Welt bei Kaisern und Königen und in der Schlacht als Entscheidungshilfe bewährt.

Auch Lieschen Müller wendet es an und der Hellseher braucht sie nicht mehr.

Fragen

Fragen nach Zielen

Manchmal fragen wir uns, ob unsere Ziele richtig sind.

Manchmal verlieren wir jegliche Zielperspektive.

Wenn wir Ziele verfolgen, hinter welchen wir mit Verstand und Gefühl hinterstehen, geht es uns gut und wir handeln mit aller Kraft.

Wenn wir eine Handlung durchführen, nur um ein Ziel zu erreichen, machen wir die Handlung vielleicht nicht mal gerne. Dieses versuchen wir dann dadurch zu übertünchen, indem wir uns immer wieder auf das Ziel konzentrieren und uns damit motivieren. Damit Entziehen wir jedoch der aktuellen Handlung Aufmerksamkeit. Sie wird zur Nebensache. Wir leben mehr in unserer Zielvorstellung als in unserem Tun. Das kann nie so wirkungsvoll sein, als wenn wir eine Sache tun, weil sie uns einfach Spaß macht, weil wir ganz dahinterstehen.

Nun werden wir durch Erziehung, Schule, Beruf leider darauf getrimmt, Handlungen für irgendeinen Zweck, irgendein Ziel durchzuführen, egal, wie wir uns dabei fühlen oder ob es uns Spaß macht. Wir verlernen regelrecht das Gespühr für einen Weg mit unserer Kraft. Manchmal drängt sich uns die Vermutung auf, daß es ganz normal sei, das zu tun, was getan werden muß, was wir aber nicht mal gerne tun.

Ziele und Handlungen müßen untrennbar miteinander verbunden werden, wenn wir ein erfülltes und glückliches Leben führen wollen.

"Der Weg ist das Ziel" - Tao Te King.

"Denn reiner Wille unbefeckt vom Zweck und vom Ziel, ist in jeder Hinsicht vollkommen" - Liber Al vel Legis

Wenn uns etwas keinen Spaß macht, haben wir immerhin mehrere Möglichkeiten:

1) Wir hören damit auf, machen etwas anderes oder verschieben den Zeitpunkt.

2) Wir ändern unsere Einstellung dazu.

Letztere Möglichkeit bleibt uns immer, auch wenn erstere nicht möglich zu sein scheint.

Fragen nach Wegen

In einem anderen Fall sind wir uns über die groben Ziele im Klaren. Wir sind in einer Situation, wo es eine Entscheidung zu treffen gilt. Wir sind uns bewußt, daß die Konsequenzen unserer Entscheidung nicht genau bestimmbar ist, da die Situation viel zu undurchsichtig erscheint und zu viele Faktoren mit hinein spielen. Trifft das nicht auf sehr viele Situationen zu?

 

Fragen nach Gründen

Gründe sind im Weltbild der Zauberer wirklich unwichtig, da unsere Welt so lebendig und komplex ist, daß sie sich durch monokausale "Schuldzuweisung" nicht erfassen und beschreiben läßt. Wir alle haben diese Welt erträumt und unseren Teil dazu beigetragen.

Wann fragen?

Die meisten Entscheidungen im Alltag treffen wir rational mit dem Verstand oder/und mit dem Gefühl.

Im besten Fall entscheiden Verstand und Gefühl in einer bestimmten Sache gleich. Dann können wir die Sache mit aller Kraft angehen.

Im anderen Fall sagt der Verstand "tu das" und das Gefühl "nein, tu was anderes".

Egal, wie wir uns dann entscheiden, wird immer ein Teil von uns nicht hinter der Entscheidung stehen und dagegen arbeiten. Was hier fehlt, ist die Intuition zur Integration einer Gesamtsicht.

Im Folgenden habe ich einige Tips für das Orakeln zusammengetragen. Diese Tips lassen sich jedoch auf andere Kommunikationssituationen übertragen.

Fragen formulieren

Beim Formulieren der Frage beachte ich, das die Frage offen gestaltet ist und keine Negationen enthält. Das heißt Fragen, die mit ja und nein beantwortet werden können, fallen weg. Ebenso fragen wie :" Was kann ich tun um nicht mehr Streit mit meiner Goldschnecke zu haben." Oder "Wie vermeide ich einen Unfall?" besser sind fragen wie : " Wie kann ich mich besser mit meiner Goldschnecke verstehen?" oder "Was kann ich tun, um heil anzukommen?"

Der Fortgeschrittene kann mehr tun, als die Frage nur zu formulieren. Ich finde es hilfreich, mit weiteren Sinnen auf die Frage einzustellen, falls das hilfreich ist. Wenn es um eine Person geht, läßt sich diese leicht vorstellen und lassen sich weitere Sinneswahrnehmungen wie Geruch, Geräusch aktivieren. Diesen Kontakt zum Fragegegenstand stelle ich für einige Zeit vor dem Orakeln her. Danach lasse ich davon ab und wende mich der Tätigkeit des Orakelns zu.

Mehrere Orakel befragen

Es spricht nichts dagegen mehrere Orakel zu befragen, wenn man mit der Komplexität der Aussagen zurecht kommt und sie integrieren kann. Verschiedene (gute) Systeme werden die gleiche Antwort auf unterschiedliche Art und Weise geben, was viel zum Verständnis beitragen kann.

Weiterführende Fragen

Aus einer Antwort eröffnen sich oft weitere Fragen. Bei Fortgeschrittenen kann ein lang anhaltender Dialog mit dem Orakel auftun.

Bei weiter Fortgeschrittenen wird dieser Dialog mit der "Kommunikationsbereitschaft des Universums" auch nach der Divination nicht abreißen und sich auf anderen Wege, wie Zeichen, Omen, Synkronizitäten, Träumen, Visionen bemerkbar machen.

Innere Einstelung

Das Orakel ist etwas Lebendiges

Es gelten ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie bei jeder Kommunikation mit Lebewesen..

Ich finde es hilfreich, mir vorzustellen, daß das lebendige Universum da draußen grundsätzlich die Absicht hat, mit uns zu kommunizieren. Es hat grundsätzlich die Absicht, mit uns so zu kommunizieren, daß wir es verstehen.

Viele berichten, , daß Orakel verärgert reagieren, wenn jemand mehrmals die gleiche Frage stellt oder sich nicht nach dem Orakel richtet.

Wenn ich schon meine Entscheidungen nach einem Orakel richte, vielleicht sogar bei einer wichtigen Entscheidung, dann möchte ich auch ganz sicher sein, daß ich alles verstanden habe. Dann habe ich das Recht nachzufragen und auch woanders nachzufragen.

Wenn ich was nicht verstanden habe, kann ich nochmalig nachfragen, vielleicht mit einem ganz anderen Orakelsystem, um zusätzliche Beschreibungen und Hinweise zu bekommen.

Orakel sind mir mit der Zeit wie der Ratschlag eines guten weisen Freundes meines Vertrauens geworden.

Jedoch verarschen läßt sich niemand gerne. Auch Orakel nicht. Behandle das Orakel einfach wie einen Dir wichtigen Gesprächspartner.

Mach es nicht wie ein Kind mit einer Fliege oder einer Uhr, welches sie aufbricht um nachschauen, wie sie funktionieren..

Glaubenssätze

Wir handeln nicht außerhalb der Perspektive unserer Realität. Was immer wir glauben, beeinflußt unsere Wahrnehmung.

Wir werden zu einem Teil zu dem, was wir glauben.

Vielleicht leben wir bereits was wir glauben - es mag nur einfach nicht mit dem übereinstimmen, was wir uns wünschen zu glauben.

Eine Überzeugung, die Teil unseres Wesens geworden ist, hat die Kraft, alles, mit dem sie in Berührung kommt, zu beeinflussen, ja zu verändern.

Eine der Herausforderungen, um ein bewußter Mitschöpfer zu sein, ist zu akzeptieren, daß wir alle durch die kollektive Sicht der Welt beeinflußt werden.

In der selben Weise, wie wir gemeinsam eine ähnliche Körperform teilen, haben wir auch Anteil an den Gedankenformen, die unsere Welt aufgebaut haben.

Es gibt nichts täuschendes, als eine offensichtliche Tatsache.

Die Quantentheorie weiß, daß der Beobachter das Beobachtete immer verändert.

Die Wissenschaft deckt die Art und Weise auf, wie der Geist sich manifestiert.

Jedoch sind wir nicht, und auch sonst niemand, allmächtig.

In Anbetracht alles Lebendigem bist Du (nur) ein Mitschöpfer - genau wie alle anderen.

Aus der Perspektive der klassischen Wissenschaft gesehen, beschränkt sich der Mitschöpfungsprozeß bestenfalls auf das setzen von rein deterministischen Wirkursachen.

Aus der Perspektive der Magie gesehen, geschied dies auch durch Wünschen, Beten, aktives Träumen und Beabsichtigen. Das Erkennen der Zukunft ist so gesehen deswegen möglich, weil die Absicht für ein Ereignis bereits besteht, und wir uns auf dieses lebendige aktive Interesse in gewisser Weise verlassen können.

Verantwortung

Die Quittung für Dein Verhalten bekommst letztendlich DU, egal ob Du Deine Entscheidung mit dem Verstand oder der Intuition triffst.

Ein Zitat von Hexe Lilith zum Thema alte Götter und Verantwortung:

"Die von mir verehrten Gottheiten haben alle einen Schatten: Der eine hat nur ein Auge, der andere gar keines, der Stärkste hat einen Splitter in der Stirn, dem Nächsten fehlt die rechte Hand, den Schönsten haben sie gleich ganz erschossen (Baldur - so ist das Leben), und die, die alles weiß, sagt nichts.........

Identität - welche auch immer: In Äußerlichkeiten läßt sie sich zwar ausdrücken, aber nicht dauerhaft verankern. Verantwortung. fürs eigene Geschick zu übernehmen, ist eine Fähigkeit, die ein inneres, höchst persönliches Wertgefüge voraussetzt. Je tiefer es wurzelt, desto widerstandsfähiger ist es!!

Der "Sinn des Lebens" ist immer ein persönlicher! So wenig zu verallgemeinern wie ein Fingerabdruck. Den Sinn mußt Du Dir schaffen - selbst! Immer! Wer Dir seinen als den Deinen anbietet, lügt; ein unveränderliches Kennzeichen von "Gurus"!!

Das vom Orakel gesagte, auch wenn es genau gedeutet ist, soll gut abgewogen werden und mit in die eigene Entscheidung, die nach einer Orakel Befragung immer noch zu treffen ist, mit einfließen, so wie die Meinung eines sehr guten Freundes.

Einstimmung

Wer vertraut ist mit einem einfachen Orakelsystem, kann im Alltag ohne viel Zeitverlust und Einstimmung schnelle Entscheidungshilfen bekommen.

Je wichtiger eine Entscheidung ist, um so wichtiger wird eine gute Einstimmung auf die Tätigkeit des Orakelns.

Genau betrachtet, kann jede Entscheidung wichtig sein und kleine Entscheidungen große Konsequenzen haben und über Leben und Tod entscheiden. Somit ist es immer wichtig, auf das, was man tut eingestimmt zu sein.

Vor "großen Fragen" ist es wichtig, sich in einen weitest möglich ausgeglichenen, ruhigen, zufriedenen und energiegeladenen Zustand zu bringen. Jeder mag seinen Weg herausfinden, um dies zu erreichen.

Für den, der in der Woche normal arbeitet, ist vielleicht Sonntag Abend die beste Chance, sich diesem Zustand anzunähern.

Während und nach der Dämmerung wird als eine gute Zeit für Orakel betrachtet.

Wenn es mir nicht gelingt, mich einzustimmen, verschiebe ich die Entscheidung, wenn das möglich ist. Es gibt auch einen richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung. Es gibt Zeiten, in denen es in einer Sache noch nichts zu entscheiden gibt - und man sich auch nicht die Rübe damit martern sollte.

Hilfreich finde ich, eine gewisse Indifferenz und inneren Abstand zum Gegenstand der Entscheidung zu finden.

Das Ziel der Einstimmung ist ein offener entspannter Bewußtseinszustand und die Bereitschaft, alles anzunehmen und umzusetzen, was Du mit dem Orakel wahrnimmst.

Ich stelle mir vorher unterschiedliche Möglichkeiten vor und denke auch über alle eine Weile nach. Kann aus den unangenehmeren Möglickeiten nicht vielleicht später ein Vorteil erwachsen?

Gläubigkeit oder Ungläubigkeit gegenüber Orakel spielen meiner Erfahrung nach keine Rolle. Aktiver Glaube ist meiner Erfahrung nach nicht nötig. Ich bleibe immer kritisch.

Allerdings stellt sich mit der Zeit Vertrauen ein. Ich verlasse mich jetzt mehr auf das Orakel.

Wenn es eine wichtige Entscheidung ist, frage ich auch verschiedene Orakelsysteme oder stelle weiterführende Fragen.

Über Vertrauen und Glaubwürdigkeit ist mir ein Text von Heiko Ernst (auch Autor in Psychologie Heute) in einer Informationsschrift eines Chemiekonzerns in die Hände gefallen, den ich sehr inspirierend, wenn auch vom Zweck her haarsträubend fand.

"Eins der häufigsten Mißverständnisse ist wohl immer noch, daß Glaubwürdigkeit kurzfristig, punktuell herstellbar und funktional eingesetzt werden kann. Also immer dann, wenn grade etwas zu rechtfertigen, zu verkaufen oder zu dementieren ist. Glaubwürdigkeit ist aber Substanz, nicht Image. Sie erzeugt eine Aura, die den umgibt, der erkennbar um Wahrhaftigkeit bemüht ist, selbst wenn er irrt oder Fehler macht. Und diese Aura läßt sich nur über lange Zeiträume hinweg erarbeiten.."

Sicher treten in der Kommunikation mit Orakel Fehler und Mißverständnisse auf. Grundsätzlich habe ich jedoch den Eindruck, daß da drüben "am anderen Ende" jemand ist, der um Glaubwürdigkeit bemüht ist und einfach tut, was möglich ist.

Der optimale Bewußtseinszustand während einer Divination geht in die Richtung von Alpha-Wellen im Gehrin und einer gleichzeitigen Aktivierung beider Gehirnhälften.

Die Wellen des Tagbewußtseins sollten sich etwas gelegt haben.

Wenn der Verstandesfilter etwas auf Sparflamme gedreht wird, kann die Kreativität und Intuition besser spielen.

Wichtig ist, diese Intuitionen, welche sich in Assoziationen mit Bildern, Erlebnissen etc. Ausdrücken, erst einmal wahrzunehmen, sich zu merken, egal wie absurd sie sind.

Wenn sie notiert sind, kann dann alles mit dem Verstand nach und nach in Zusammenhang gebracht werden.

Während des Orakels muß die Intuition spielen können. Danach kann dann der Verstand evenfalls zum Zug kommen.

Zugang

Ich habe des öfteren erlebt, daß Menschen eine Liebe zu einem bestimmten Orakelsystem verspüren und so von Anfang an besser damit klarkommen. Es ist bestimmt richtig, seinen Neigungen nachzugehen und diese mit den genannten Tips in Zusammenhang zu bringen..

Rituale

Sehr beliebt ist es ein kleines Ritual im Zusammenhang mit dem Orakel zu etablieren, welches hilft, sich einzustimmen.

Ein Deckchen kann ausgebreitet werden, die Utensilien darauf plaziert werden, eine spezielle Räucherung kann entzündet werden, eine Kerze angezündet werden, ein ritualisierter Text oder ein Gebet zur Vorbereitung gesprochen werden.

Das alles sollte uns nicht beengen, sondern gefallen und helfen.

Das geheimnisvolle Getue der Rummelplatz-Wahrsager hat sicherlich mitunter den Sinn, Eindruck zu schinden.

Grade am Anfang sollten wir uns mit so etwas nicht zusätzlich verrückt machen, denn damit wird das Orakeln noch komplizierter als es am Anfang sowieso schon ist.

Hier einige Anregungen:

Die Deutung

Orakel arbeiten mit Ähnlichkeiten

Bedenke, wie verallgemeinernd die Orakelsymbole sind.

Ein Orakel ist wie ein Ikon oder wie ein Märchen. Die Orakelschrift kann nicht 1:1 übertragen werden. Es muß eine isomorphische Beziehung zwischen dem Orakel und der Wirklichkeit hergestellt werden. Wir brauchen dafür unser analoges Denken.

Aus dem bösen Wolf wird dann im wirklichen Leben vielleicht der Chef und aus der Tarotkarte Turm vielleicht ein Beziehungskrach. Ein Ikon hat nicht gennerell eine feste Bedeutung. Das ist das Hauptmißverständis. Die Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext.

Wenn ein Anfänger nun vielleicht grade sein zweites mal ein Orakel befragt und es taucht darin die Karte Tod auf, wird oft Panik geschoben. Oder nun stellen wir uns den armen verzweifelten Mann vor, den seine Frau verlassen hat, welcher zum ersten Mal eine Wahrsagerbude auf einem Rummel aufsucht - und dann das!

Es gibt zum Beispiel die Tarotkarte "der Tod". Bedenke, daß es nur 78 Tarotkarten gibt und diese Karte rein statistisch auf jede 78. Alltagssituation trifft.

Es ist eher so zu verstehen. WENN ich eine Situation durch eine Tarotkarte beschreiben müßte, dann würde diese Karte am besten passen im Sinne von 1:78.

Im Tarot sind einige sehr dramatische Karten. Es ist etwas anderes, wenn man jede Stunde eine Tarotkarte zieht, als wenn man sie einmal im Jahr zieht. Wir Menschen sterben nicht im üblichen Sinne alle 78 Stunden!

Dadurch, daß Orakel so wenige Symbole benutzen, können wir unseren Blick auf das Wesentliche richten und die Gesamtheit unseres Lebens erkennen.

Um mit Orakeln erfolgreich hellzusehen brauchen wir assoziatives Denken.

Immer wieder geht es um Ähnlichkeiten. Die Mathematiker würden sagen es geht um das Erkennen von Isomorphien zwischen einem System und einem anderem. Zum Beispiel können wir aus einem Märchen oder einem Traum etwas Lernen, wenn wir dieses auf unseren Alltag übertragen. Diese Übertragung ist nie 1:1 sondern assoziativ. Dann wird aus dem bösen Wolf unser Chef, aus der Fahrt über das Meer ein wichtiger, großer Schritt, denn wir in Angriff nehmen und so weiter.

Tod ist eine von 78 Karten. Nehmen wir an, der Wahrsager zieht für sein Orakel immer 15 Karten, dann muß schon rein statistisch in ungefähr jedem fünften Orakel diese Karte auftauchen, auch wenn seine Bude nicht grade in einem Krisen- oder Seuchengebiet errichtet ist! Auch hier geht es darum, ein Symbol eines Systems mit 78 Elementen in ein System von vielen tausend Elementen zu übertragen, welches unseren Lebenszusammenhang und unser Bild davon ausmacht.

Also: Nimm einen Deutungstext oder Schlüsselwörter zu einem Symbol nicht immer gleich wörtlich!

Das Problem ist, daß wir das fast automatisch machen, weil wir automatisch Verstandesgemäß mit Wörtern umgehen, die eine recht spezifische Bedeutung haben.

Das Orakelsystem können wir uns als eine Art überschaubare Mini-Welt vorstellen, welche zwar nicht so umfangreich, aber genau so vollständig ist, wie unsere eigene.

Anders gesagt, ist ein Orakel die Welt durch die Augen eines Kindes betrachtet - und darin liegt vielleicht die Weisheit.

Die Symbole eines Orakelsets haben ihre immanente Bedeutung

Für die Hellseher und Zauberer ist unsere Welt sehr magisch. Jedes Zeichen hat bereits seine eigene immanente Bedeutung. In New-Age-Kreisen kursiert die Meinung, daß man die Bedeutung eines Symbols einfach FESTLEGEN kann. Man denkt sich irgend ein Symbolsystem aus, schreibt IRGENDWASS dazu und verkauft es als Orakel. Das kann nicht funktionieren!

In jeder alten Religion, in jedem alten magischen System ist bekannt, daß Zeichen eine immanente Bedeutung haben, die man nicht so einfach festlegen oder ändern kann!

Dieser Gedanke findet sich klar in der althebräischen Schrift und in der Kabbala wieder.

Wenn wir zum Beispiel auf ein sehr altes und kaum dokumentiertes Orakelsystem wie die Runen stoßen, können wir nicht einfach durch Analyse oder willkürliche Festlegung der Deutungen ein Orakelsystem schaffen. Es erfordert viel Liebe und Einfühlungsvermögen, Erfahrung und ständige Interaktion mit dem System, um möglichst treffend zu erspüren, was die Symbole wohl bedeuten mögen.

In gewisser Weise sind Symbole selbst lebendig und verändern sich, doch das nur sehr langsam, so daß wir es hier vernachlässigen können. Crowley erkannte solch eine Veränderung und ließ sie in sein Tarot-Deck mit einfließen.

Wiedersprechende Bedeutungen

Die Bedeutungen der Symbole der einzelnen Systeme sowie auch die Meinung unterschiedlicher Autoren über ein System gehen teilweise stark auseinander. Bei verschiedenen Tarotsets oder Runensystemen ist es ganz kraß.

Eigentlich ist es ähnlich wie bei verschiedenen Religionen. Sie sind unterschiedlich, überschneiden oder widersprechen sich gegenseitig.

Eine Antwort, welche auf die Frage gegeben wird, ist: sie bedeuten was du denkst was sie bedeuten.

Diese Antwort ist meiner Meinung nach zu einfach.

Stellen wir uns vor:

Ein Anfänger der sich noch nie mit Tarotdeutungen beschäftigt hat. Und mit einem Dali-Deck arbeitet. Ein Deck, welches unheimlich chic aussieht, aber bei näherer Beschäftigung offenbart, daß sich der Autor nur sehr oberflächlich mit Tarot beschäftigt hat.

Dazu hingegen jemand, welcher das I Ging mit traditionellem Deutungsbuch verwendet.

Beide haben jedoch keinerlei praktische Erfahrungen mit Divination gesammelt.

Haben sie wirklich die gleichen Chancen mit ihrer Prognose richtig zu liegen?

Diese Frage hat mich lange beschäftigt und meiner Erfahrung nach ist dem NICHT so.

Als ich mit der Divination begann experimentierte ich mit I Ging und Tarot.

Dabei fiel mir auf, daß ich - und alle anderen, denen ich es zeigte - mit dem I Ging sofort klar kamen. Was mir das I Ging sagen wollte verstand ich meist sofort. Oft mußte ich lachen, weil es auch meine Situation treffend und humorvoll beschrieb.

Über Tarotkarten brütete ich öfters viele Stunden, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Meist dauerte es Stunden bis ich ein gelegtes Blatt gedeutet hatte.

Warum war das so? Von beiden Systemen hatte ich keine Ahnung. Meine Vermutung war, daß der Grund auch im System und nicht nur in den Deutungsbüchern liegen muß. Um so erstaunlicher fand ich den Sachverhalt, da das I Ging aus dem Chinesischen Denkraum übersetzt werden mußte, der uns Europäern doch recht fremd ist.

Das I Ging ist ein System, daß über viele tausend Jahre wachsen konnte, in einer Kultur, welche sehr in sich selbst verwurzelt ist. Das I Ging ist meiner Meinung nach das sowohl logisch als auch intuitiv mit Abstand das genialst durchdachteste Orakelsystem.

Es kommt meiner Erfahrung nach wirklich darauf an, wie ein System konstruiert ist und wie einfühlsam und durchdacht die Deutungstexte geschrieben sind.

Ausdrucksmöglichkeit von Orakeln

Obwohl die Anzahl der Symbole eines Orakelsystems recht beschränkt sind, werden durch die Legemethoden meist schon recht komplexe "Worte" aus mehrenen Symbolen gebildet. Ähnlich wie wir aus unseren 26 Buchstaben jedes Wort in unserer Sprache bilden können und diese zu Sätzen formen können, kann auch ein Orakel recht komplexe Aussagen treffen.

Die Anzahl der möglichen unterschiedlichen Aussagen ergibt sich aus der Zeichenanzahl selbst und aus der Wurf/Legemethode. Ist die Legemethode zu komplex, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Schnelle Entscheidungen sind vor allen Dingen mit sehr einfachen Orakelsystemen zu treffen. Orakel dienen letztendlich auch dazu, zu orientieren, also die Komplexität zu reduzieren und den Überblick zu gewinnen.

Nehmen wir die Geomantie mit ihren 16 Zeichen. Wann gibt es im Alltag Situationen, in denen ein Hinweis auf eine aus 16 Möglichkeiten nicht ein konkreter Hinweis auf eine konkrete RICHTUNG zum Handeln ist?

Wenn wir uns in der Wildniss verlaufen hätten mit einen Kompass, der die richtige Richtung auf 1/16 eines Kreises genau feststellen kann, wäre das schon eine große Hilfe.

Hinzu kommt, daß weitere Befragungen des Kompaß zu einem anderen Zeitpunkt in einer anderen Situation zusammen wie eine Peilung wirken können.

Innere Logik der Anzahl

Unsere Schrift ist hauptsächlich phonetisch aufgebaut, damit wird auf Klänge gedeutet.

Früher war das einmal anders. Bei sehr alten Schriften, hatte jeder Buchstabe eine Bedeutung ähnlich einem Icon. Ein A war zum Beispiel ein Ochse, M Wasser und so weiter. Und das Verblüffende: Die Bedeutung eines Wortes läßt sich mit Hilfe von kabbalistischen Methoden aus seinen verwendeten Buchstaben ermitteln, also daraus, welche Buchstaben verwendet wurden und wie sie zueinander stehen.

Auch ein Buchstabe war teilweise schon ein zusammengesetztes Zeichen. Die Bedeutung des Buchstabens ergibt sich so aus dem Zusammenspiel jedes einzelnen Striches.

Eine Zwischenstufe zwischen Buchstaben und Worten sind Wortwurzeln, bestimmte, bedeutungsvolle öfters vorkommende Buchstabengruppen.

Dieses Muster finden wir in magischen Symbolsystemen immer wieder.

Systeme mit vielen Symbolen beziehen sich auf oder definieren sich durch Systeme mit wenigen Symbolen und immer so weiter.

Wenn wir genauer hinschauen, sehen wir, daß sich die Systeme praktisch konsequent aus dem nichts ableiten, also mit 0 beginnen und daraus immer komplexere Symbole "ableiten". "Ableiten" ist hier etwas anders gemeint als im wissenschaftlichen Sinne. Daurauf werde ich später eingehen.

Erstaunlich ist folgendes: Wenn wir unterschiedliche Systeme verschiedener Kulturen und Zeiten mit der gleichen ANZAHL von Symbolen anschauen und diese Vergleichen, sehen wir erstaunliche Ähnlichkeiten in den Bedeutungen der Symbole. So als ob sich bei einer bestimmten Anzahl von Elementen eines Systems ganz automatisch bestimmte Bedeutungen für die entsprechenden Symbole ergeben.

Einfachheit

Auf der anderen Seite ändert das Hinzufügen eines neuen Symbols zu der Menge alle anderen Symbole. Vorsicht ist immer geboten, wenn Symbole eines Systems zu einem anderen System mit einer anderen Anzahl in Verbindung gebracht wird. Hier passieren viele Fehler bei der Übertragung, insbesondere, wenn man dem Verstand folgt. Das hinzufügen eines Elementes gibt ein völlig NEUES System!

Magische Systeme lassen sich nicht einfach so erweitern, ohne das ganze System überarbeiten zu müssen.

Das in Verbindung bringen von verschiedenen anzahligen Systemen erfordert das gleiche Fingerspitzengefühl, wie das Schreiben einer Deutung zu einem Orakelset und darf nicht willkürlich oder rein analytisch geschehen.

Manche Orakelsysteme sind mit Symbolen überladen, wie das Crowley-Tarot. Verschiedene assoziierte Symbole mit auf die Tarotkarten raufzudrucken kann verwirren.

Es ist, als wenn man die Bedeutung eines Symbols mit auf das Symbol druckt. Aber dann IST es nicht mehr das Symbol, sondern ein anderes....

Gödels Problem

Ich benutze schoon lange verschiedene Orakelsysteme und habe immer wieder beobachtet, daß einige Orakelsysteme immer wieder Probleme bereiten.

Das I Ging bereitete mir bisher am wenigsten Kummer. Ich dachte zuerst, daß es daran liegt, weil ich mit dem Tarot noch nicht vertraut genug bin.

Mit der Zeit kam ich zu einem anderen Schluß.

Das I Ging ist viel genialer strukturiert. In das I Ging spielt das vernöstliche, ganzheitliche Denken eine große Rolle. Im Tarot haben sich mit der Zeit viele westliche Elemente eingeschlichen, was meiner Meinung nach zu Unvollständigkeiten in den Ausdrucksmöglichkeiten führt. Die "Leitung noch oben" ist eindeutig verrauschter.

Vergleichen wir die 16 Hofkarten und die 64 Hexagramme des I Ging.

Ein typisch wissenschaftlicher Gedanke ist, etwas weiter zu unterteilen.

Die Hof- oder Bildkarten des Tarot setzen sich aus den 4 Elementen und den 4 Unterelementen zusammen.

Also zum Beispiel Wasser der Luft. Wasser der Luft ist eine genauere Spezifizierung des Elementes Luft. In die Schublade Luft werden einfach 4 Schachteln gestellt, um die Differenziertheit des Systems zu erweitern.

Durch diese analytische Art der Erweiterung eines Systems entstehen, wie der Wissenschaftler Gödel (Buchtip: der Bestseller "Gödel, Escher, Bach") bereits nachgewiesen hat, Unvollständigkeiten. Heraus kommt dabei eine Landkarte mit blinden Flecken. Ein Beispiel: unter diesen 16 Karten ist keine einzige, die in sich ausgeglichen ist, die sich ein Taoist als Vorbild nehmen könnte. Keine Karte enthält alle 4 Elemente ebenso keine 3 Elemente. Ebenso ist Wasser des Feuers keine Vermischung, sondern eine genauere Spezifizierung von Feuer, oder Feuer mit einem Bißchen Wasser. Es fehlen definitiv Ausdrucksmöglichkeiten.

Die 4 Elemente sind ein perfektes System, dem ich alles zuordnen kann. Wenn ich dieses System aber einfach weiter teile, schaffe ich mir Gödels Problem.

Magier und Hellseher haben ein Workarround für Gödels Problem!

Das Workarround ist ganz einfach: Wir akzeptieren Gödels Aussage und leiten nichts ab! Um das praktisch am I Ging zu veranschaulichen:

Ein Hexagramm wird aus 2 von 8 verschiedenen Trigrammen gebildet, es werden also genau so, wie bei den Hofkarten 2 Symbole kombiniert.

Die Gedanken, die sich die alten Chinesen beim Schreiben des Deutungstextes gemacht haben, gingen ganz andere Wege.

Sie fragen sich, welches GESAMTBILD sich aus den übereinander gestapelten Strichen ergibt und berücksichtigt dabei viele Detaills wie sogenannte Kerntrigramme, die Sichtweise des Hexagrammes als Staat etc.

Das Hexagramm wird für sich als ein vollkommen NEUES Symbol betrachtet, welches sich zwar aus den beiden Trigrammen ZUSAMMENSETZT, jedoch NICHT aus den Trigrammen ABLEITET. Hier treffen wir wieder auf die Regel: Wenn wir die Anzahl eines Systems verändern, haben wir ein NEUES System.

Es entsteht etwas eigenes, neues, daß mehr ist, als die Summe seiner Teile. Ein Emergenzsprung hat stattgefunden. Es entstanden neue Zeichen in einem neuen System, und es gilt für jedes einzelne seine immanente Bedeutung neu zu erkunden.

Die Kabbala gibt dafür das Handwerkszeug an die Hand, um ein Symbol von möglichst vielen Perspektiven zu betrachten und es zu erkunden. Die Bedeutung eines Symbols ergibt sich aus der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse verschiedenster Methoden, wie Zahlwert, Quersumme, Permutationen etc.

Die Bedeutung des Wortes JEHOVA, Jod He Vau He ist nicht eine genauere Spezifizierung von Jod sondern eine für sich zu betrachtende Ganzheit.

An diesem Beispiel wird vielleicht manchem christlichem Wissenschaftler klar, wie wir uns Gödels Problem gemacht haben.

Wichtiger noch als kabbalistische Kenntnisse ist eine gute Intuition zur Erkundung der Bedeutung.

Eine Kombination von Symbolen ist eine neue Einheit eines neuen Systems und mehr als die Summe seiner Teile

Das Gesamtbild

Übertrage beim Deuten das GANZE Orakel auf Dein Leben. Deine Lebenssituation ist viel komplexer als die bei Deuten scheinbar auftretenden Wiedersprüche.

Auch Einzelheiten sind wichtig, insbesondere, da das Orakel bereits ein vereinfachtes Abbild der Realität ist.

Erst, wenn Du alles, was in dem Orakel steht, auf Dein Leben übertragen hast und nichts übrigbleibt, daß nicht in das Bild paßt, hast Du die richtige Deutung.

Es besteht immer die Gefahr, irgend etwas an der Aussage auszuklammern, und nicht in die Deutung zu integrieren, was Selbstbetrug wäre.

Die Details und das Gesamtbild sind eine Art Checksumme, ob das Orakel richtig gedeutet ist.

Es ist schwierig, eine FALSCHE Deutung zu machen, die ebensogut alles integriert. Die RICHTIGE Deutung ergibt sich viel leichter von selbst.

Das ich die Deutung habe, erkenne ich daran, daß Verstand und Gefühl ein einheitliches Bild über die Deutung haben. Nichts widerspricht sich, alles paßt zusammen. Ich kann das Orakel auf meinen Alltag übertragen und so in meinen Worten formulieren.

Manchmal komme ich jedoch auf ganz unwahrscheinliche Deutungen oder ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was das zu bedeuten hat. In diesem Fall steht oft eine so große Veränderung in meinem Leben an, daß ich zum Orakelzeitpunkt nicht verstehen kann, was das Orakel da mit der Zukunft meint.

Ich lege es in diesem Fall ungedeutet beiseite und hole es hin und wieder hervor. Und siehe da, irgendwann wenn es wichtig ist, eine Entscheidung ansteht, wird auf einmal klar, was gemeint war und das Orakel, welches ich vor einiger Zeit erstellt habe, wird mir in der aktuellen Situation zu einer großen Hilfe.

Je weniger bewegt das Leben so dahin plätschert, um so einfacher ist es intuitiv die Bedeutung des Orakels zu erfassen.

Kenntnis der Methode

Du benötigst vorher Kenntnis über den Orakelablauf oder der strukturierten Legemethode. Es macht aber nichts, wenn Du Dir einen Spickzettel oder ein Buch parat legst, um während des Legens nachzuschauen. Das ganze Buch während des Orakelns lesen zu müssen, würde etwas ablenken. Bei der Deutung kannst Du si viel in Büchern wälzen, wie Du willst, nur nicht beim Legen und der ersten intuitiven Deutungsphase.

Wenn man sich z.B. ein Tarotspiel kauft, ist meist ein kleines Büchlein dabei, wo einige Legemethoden beschreiben sind.

Bei einer strukturierten Legemethode werden mehrere Karten gelegt und jeder Platz, wo eine Karte hingelegt wird, bedeutet etwas. Ein Platz für die Liebe, einer für das liebe Geld etc.

Kenntnis der Bedeutungen

Um ein Gefühl für die Symbole oder Karten zu bekommen, kannst Du jeden Tag eine sogenannte Tageskarte am Morgen ziehen und dann überlegen, was sie wohl bedeuten könnte. Am Abend kannst Du dann sehen, wie weit Du richtig lagst.

Emotionale Beteiligung

Viele Autoren fordern eine Geisteshaltung des "Egales" und sie sagen, daß das Orakel um so weniger von eigenen Wunschvorstellungen verfälscht wird, je unwichtiger einem die Sache vorkommt.

Neuste Studien belegen jedoch, daß PSI-Fähigkeiten bei persönlicher emotionaler Beteiligung an der Angelegenheit immens ansteigen!

Das entspricht meinen Erfahrungen. In Notsituationen vollbringen Menschen erstaunliche PSI-Leistungen. Sie machen sich materiell bei Angehörigen bemerkbar, seltsame Geräusche und Erscheinungen treten bei emotional nahe stehenden Personen auf. Ebenso kenne ich Leute, welche unheimlichen Schaden nur dadurch anrichten, daß sie wütend sind. Rohre fliegen aus der Wand, Unfälle passieren, Vasen fallen um etc.

Intensives Wunschdenken mag zwar die Objektivität bei der Deutung etwas trüben, jedoch ist die Wirklichkeit nicht objektiv.

Ein intensiver Wunsch kann die Wirklichkeit verändern.

So kann auch jedes Symbol eines Orakelsystems als magischer Fokus zur Wunschrealisieung benutzt werden. Jedoch ist dies die andere Seite des Orakels - die Magie.

Wenn sich klein Fritzchen eine Hellseherin vorstellt, mit ihrer Kugel im dunklen Zelt oder während er spiritistischen Sitzung als Medium, dann stellt er sie sich sehr wohl als emotional beteiligt vor. Sogar so sehr, daß sie gar nicht mehr ganz bei Sinnen scheint, rumschreit, lacht, mit verzerrter Stimme in fremden Sprachen redet.

Wie ist das nun mit der Emotionalen Beteiligung?

Die Anwort des Orakels sollte einem wichtig sein!

Wir brauchen beim Hellsehen die Emotionen, die Intensität, die Lebendigkeit, um mit dem Gegenstand der Frage in Kontakt zu kommen und ein offener Kanal für die Antwort sein zu können.

Offen sind wir nur, wenn wir betreff der Antwort keine Vorbehalte haben. Hier haben während des Hellsehens weder eigene Emotionen noch rationale Überlegungen etwas zu suchen. Darum begeben sich die Medien in Trance, ein Zustand, in dem es keine rationalen Vorbehalte mehr gibt und sich jede Idee frei ausdrücken kann.

Beim Orakeln sind wir nie ganz "weg". Die Trance wird ersetzt durch eine Tätigkeit, die vom Verstand nicht erfaßt und verfolgt werden kann, wie das Werfen von Münzen oder ziehen von Tarotkarten.


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Siehe auch Orakelkurztips

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